2019

Und es ändert sich doch nichts. Ich bin immer noch ich. Nicht glücklicher, nicht ordentlicher, nicht sportlicher und nicht weiser. Okay, letzteres vielleicht schon. Ich lerne aus meinen Fehlern. Und manchmal braucht es mehr als nur eine Nacht voller Sorglosigkeit, Alkohol und netten Menschen, um über seine Fehler, Erfolge und Erkenntnisse des vergangenen Jahres nachzudenken. Manchmal ist es gut, einen Neuanfang vor Augen zu haben, aber häufig endet es bei mir in heilloser Überforderung. Wo fange ich an, wie ändere ich mein Leben von heute auf morgen, wie werde ich ein besserer Mensch. 

Aber dieses Mal habe ich mir die Frage gestellt: Muss ich mich ändern? Und wenn ich dies der Fall sein sollte, wie mache ich das, ohne mich selbst zu verlieren. Oder muss ich mich erst finden? 

Und da sind sie wieder, Gedanken, ein voller Kopf. Ein unendlicher Kreislauf Zweifeln, Grübeleien, welche mit Sicherheit die ein oder andere schlaflose Nacht verursachen werden (dabei wollte ich doch eigentlich mehr Schlaf abbekommen, in diesem Jahr…).

Ich verstehe dieses Prinzip „Neujahresvorsätze“ und auch „New Year, New Me“ macht in meinen Augen Sinn. Aber vielleicht sollte man sich Zeit nehmen, um die Dinge langanhaltend und wirklich zu verändern. Denn Zeit heilt bekanntlich irgendwann alle Wunden und auch der größte innere Schweinehund wird irgendwann überwunden, wenn man sich nur genug Zeit dafür nimmt. 

Ich möchte im neuen Jahr vieles ändern. Aber ich möchte mich nicht verändern. Ich möchte bleiben wie ich bin. Voller Fehler, Macken und blöden Angewohnheiten, denn auch diese machen mich aus. Ich möchte nicht sportlicher werden, mich nicht gesünder ernähren und auch nicht aufhören Alkohol zu trinken und mir über manche Sachen vielleicht zu viele Gedanken zu machen. Ich möchte bleiben wie ich bin. Aber trotzdem wieder ein bisschen mehr Leichtigkeit im Leben finden, denn manchmal vergisst man bei all dem Selbstoptimierungswahnsinn, wo der eigentliche Spaß im Leben liegt. 

Auf das sich 2019 einiges ändert, ich aber die Alte bleibe. Denn das ist vollkommen okay so. 

Quelle: Pinterest

„The fear of missing out“ – Über die Angst, etwas zu verpassen und die Kunst „Nein“ zu sagen

The Fear of missing out

Ich sitze in meinem Bett, die Tasse Tee dampft vor sich hin, der Regen prasselt an mein Fenster und ich hätte am liebsten einfach nichts vor. Ich könnte ein Buch lesen, die Serie gucken, die ich schon seit Wochen anfangen möchte, einfach nichts machen, endlich mal wieder meine Gitarre rausholen. Aber stattdessen habe ich mal wieder einer Freundin zugesagt… Ich Idiot. Aber nein, eigentlich ist es ja schön, etwas mit Freunden zu unternehmen, sich Zeit zu nehmen für die Menschen, die einem wichtig sind, Spaß zu haben und all das. Aber manchmal sind selbst die schönen Dinge im Alltag neben den üblichen Aufgaben irgendwie lästig und geben einem das Gefühl von Überforderung.

Mir passiert es viel zu oft, dass ich Dingen zusage, die ich eigentlich gar nicht möchte und ich ertappe mich immer häufiger dabei, wie schwer es mir fällt, einfach mal „Nein“ zu sagen. Ohne Ausreden zu erfinden. „Nein, ich brauche einfach mal Zeit für mich allein.“ Es fällt in der heutigen Zeit schwer, Dinge einfach sein zu lassen, da immer die Angst in einem schlummert, es könnten die besten Dinge, Nächte, Partys sein, die man da gerade an sich vorbei ziehen lässt.

Ich glaube, es ist ein Problem, welches mit der wachsenden Schnelllebigkeit, den Social Media Plattformen und den wachsenden Erwartungen an sich selbst in der Gesellschaft gekommen ist. Es kam schleichend, aber mittlerweile beobachte ich diese „Angst etwas zu verpassen“ sogar in der Generation meiner Eltern. Und ich finde es erschreckend. Ich glaube das wir selbst immer am Besten wissen, was uns gerade gut tut und worauf wir wirklich Lust haben. Natürlich muss man zu für manchen Dinge auch mal aufraffen, sich  den wohlgekannten „Tritt in den Po“ geben. Aber manchmal kann man eben genau das auch einfach sein lassen. Die Dinge einfach mal ohne einen passieren lassen und sich zurück lehnen und eben… nichts machen. Ohne Erwartungen an sich und Andere. Am Anfang ist es schwer, aber es wir mit jedem mal leichter.

Also: „Nein“ Heute nicht. Und morgen vielleicht auch nicht. Es ist okay.

Über Freundschaft

Vertrauen, Lachen, Ehrlichkeit. Mut, Zuneigung, Verständnis – wenn ich an Freundschaft denke, kommt mir all das als in den Kopf. Weihnachten ist nicht mehr weit entfernt. Nur noch eine Woche und dann ist der ganze Spaß auch schon wieder vorbei. Besonders in dieser Zeit wird viel über das Thema Freundschaft geredet und nachgedacht. Was bedeutet Freundschaft für mich, wie definiert sich Freundschaft überhaupt? Diese Frage stellt man sich doch viel zu selten. Häufig definieren wir uns durch die Anzahl unserer Freundschaften. Mehr ist mehr, das ist häufig der Gedanke. Personen mit  einem großen Freundeskreis sind automatisch beliebt, lustig, hübsch, glücklich erfolgreich. So die Annahme. Doch ist das wirklich so? Ich bezweifle es. 

Ich war nie eine Person mit einem unglaublich großen Freundeskreis, und eigentlich bin ich auch wirklich froh darüber. Freundschaft ist etwas wertvolles und individuelles.  Freundschaft bedeutet „Ich“ sein, Vertrauen und auch über ernste Themen reden. Gefühle zeigen und vor allem auch Zusammenhalt wenn es gerade nicht so gut läuft. Freundschaft bedeutet eben nicht nur gemeinsam Lachen (auch wenn das natürlich an erster Stelle steht) sondern auch, dass man sich gemeinsam über Dinge aufregen kann, gemeinsam weinen und gemeinsam verzweifeln kann. 

Es gibt auch nochmal einen Unterschied zwischen den Freunden, die man ab und an mal sieht und mit denen man ein paar lustige Stunden verbringt, und denen, die all deine Geheimnisse kennen und die für dich ohne Fragen zu stellen irgendwo einbrechen würden. Ohne Zweifel, man braucht beide diese Arten von Freunden, wobei man von den ganz tiefen Verbindungen ja eigentlich nur einige wenige hat. 

Aber sind wir mal ehrlich, es gibt doch nichts Schöneres, als jemanden, mit dem man alles teilen kann oder? Bei dem man seinen emotionalen Ballast abladen kann und der mit dir darüber lachen kann und dich einfach mal in den Arm nimmt, wenn das gerade nötig ist.

Meine erste eigene Wohnung

In ein paar Wochen ziehe ich in eine neue Wohnung, in eine WG, die ich selbst gründe. Ich freue mich so sehr, dass ich mich so richtig austoben kann, was Einrichtungen und Design der Wohnung angeht. Am meisten freue ich mich auf die Küche, die ich in Pastellfarben gestalten will und für die ich Stück für Stück Sachen zusammen sammle, die ich mir richtig gut in meinem neuenZuhause vorstellen kann. 

Soweit so gut, wenn man die Wohnung erst einmal hat und der Mietvertrag in Kraft getreten ist, ist alles kein Problem mehr. Mit diesem Blogpost wollte ich einen kleinen Guide für euch zusammenstellen, was man so beachten muss, wenn man selbst eine Wohnung mietet und auf welche Dinge ihr auf keinen Fall verzichten solltet.

https://www.swd-ag.de/magazin/clever-den-umzug-planen/

Schritt 1:
Wenn ihr euch eine Wohnung angeschaut habt, die euch gut gefällt, müsst ihr beim Vermieter Interesse anzeigen. Wenn die Wohnung von Privatleuten vermietet wird, reicht manchmal eine kurze Nachricht, wenn ihr es mit einer Hausverwaltung zu tun habt, müsst ihr direkt Angaben zu eurer Person und eventuell sogar schon Gehaltsnachweise mitschicken.

Schritt 2:
Ich hatte das Glück, dass meine Wohnung noch gar nicht offiziell zur Vermietung stand, weil der Vermieter gerade erst beschlossen hat, auszuziehen und so konnte ich direkt zur Hausverwaltung und mir die Wohnung reservieren lassen. Hier braucht ihr euren Perso, Gehaltsnachweise und eventuell eine Bürgschaft der Eltern.

Schritt 3:
Wenn alles unter Dach und Fach ist, könnt ihr den Mietvertrag unterschrieben und zurück schicken. Auch wenn es viel ist, würde ich euch wirklich empfehlen, den ganzen Vertrag einmal durchzulesen, damit ihr nicht am Ende doof dasteht.Normalerweise geht man natürlich nicht davon aus, dass irgendwelche kleinen Fallen eigebaut sind, aber sicher ist sicher. Nicht dass ihr euch am Ende verpflichtet für fünf Jahre nicht zu kündigen.

Schritt 4:
Jetzt ist es wichtig, dass ihr euch um die Stromversorgung und um WLAN kümmert, keiner möchte schließlich beim Einzug kalt duschen oder kein Netflix haben. Manche Hausverwaltungen haben einen eigenen Stromanbieter und machen euch ein Angebot, dass ihr dann ganz einfach annehmen könnt und euch um nichts mehr kümmern müsst. Ist das nicht der Fall, müsst ihr einmal zu de Stadtwerken und euch ein Angebot einholen. 
WLAN gibts dann beim Anbieter eures Vertrauens. 

Schritt 5:
Jetzt habt ihr es fast geschafft, die wichtigsten Sachen sind geregelt. Ihr müsst jetzt dran denken die Kaution zu überweisen und entweder die Miete per Dauerauftrag oder mit einem Sepa-Lastschriftmandat zu begleichen. Was jetzt noch wichtig ist, ist der Abschluss einer Hausratsversicherung (das wusste ich auch bis vor ein paar Tagen nicht). Falls bei euch eingebrochen wird, ein Fensteroder die Tür kaputt geht oder euer Rad aus dem Keller geklaut wird, all das wird von der Versicherung abgedeckt. Für 70 Euro im Jahr definitiv eine gute Idee. 

Schritt 6:
Jetzt steht nur noch der Umzug an. Holt euch Freunde dazu, mietet euch einen Transporter  und los gehts. Klar, ist nervig, aber definitiv an einem Tag machbar und als Belohnung holt ihr dann einfach Pizza und Bier und alle sind glücklich.

https://finanzwelt.de/stabile-entwicklung-der-wohnungspreise/umzug-in-eine-leere-wohnung-im-altbau-mit-leiter-und-umzugskartons/

Also, nicht in Panik verfallen (meinen ersten kleinen Nervenzusammenbruch habe ich schon überstanden), sondern ruhig bleiben und es einfach hinter sich bringen und dann erstmal in der neuen Wohnung einleben. 

A food guide to: Edinburgh

Essen. Kaffee trinken. Die Stadt erkunden. Essen. Kaffee trinken.Orientierungslos herumlaufen. Essen. Städtetrips mit Juliane in Kurzform zusammengefasst. Und so ging es mir auch wieder in Edinburgh. Ich fühle mich einfach magisch von jedem Café oder Restaurant gezogen, welches auch nur annähernd hübsch und stylisch aussieht.

Edinburgh ist ein Traum für Foodies. Es ist für jeden etwas dabei. Für die ganz harten gibt es Haggis, für die gesundheitsbewussten diverse vegan Cafés und Bistros. Und natürlich viel Kaffee und Tee. In diesem Beitrag möchte ich euch ein paar meiner Lieblinge vorstellen.

Cafés

Lovecrumbs

Auf der Suche nach richtig gutem Kuchen bin ich auf das Lovecrumbs gestoßen. Die Kuchen sind wirklich unglaublich (ich hatte einen Mandel Cookie und einen Lemon Cake) gut und es ist für jeden etwas dabei – vom veganen Karottenkuchen, bis hin zur Schoko-Sahnetorte. Das besondere an dem Café sind aber nicht nur die guten Kuchen, sondern auch das Café an sich! Wenn ihr Glück habt, könnt ihr euch den Platz direkt im Schaufenster sichern, von dort aus kann man das Treiben auf der Straße wunderbar beobachten (Und der Kaffee ist natürlich auch super lecker). Neben den Kuchen gibt es dort auch hausgebackenes Sauerteigbrot mit diversen Toppings und coole Kochbücher und  Tassen zu kaufen. Es verirren sich eher wenig Touristen in den Laden und man findet dort super viele Studenten und Locals mit ihren Laptops und Notizbüchern und man kann so einigen interessanten Gesprächen lauschen. 

Nomad Coffee 

Das Nomad Café habe ich durch Zufall entdeckt, da es direkt unter meinem Airbnb lag. Die Einrichtung erinnert an ein skandinavisches Wohnzimmer und ich fand heraus, dass die Gebäckstücke in einer schwedischen Bäckerei gemacht werden. Ich hatte bei meinem Besuch einen Cappuccino (eine ordentliche Größe!) und einen Roggen Scone. Beides super lecker. Außerdem bietet das Café Frühstück und Suppen an. 

The Milkman 

Mein persönliches Lieblingscafé in Edinburgh! Der Kaffee ist unglaublich gut und die Atmosphäre in dem Laden ist durch das nette Personal super angenehm und man fühlt sich gleich super heimisch. Auch hier kann mit mit etwas Glück den Platz direkt im Fenster ergattern, wo man den Kaffee auf einer gepolsterten Sitzbank mit vielen Kissen und auf alten Weinkisten genießen kann. Meine Empfehlung ist hier eindeutig der Flat White oder der klassische Café Latte mit Hafermilch! 

Weitere Empfehlungen: Das Café im Waterstones Buchladen (richtig guter Kaffee und super gemütlich), Black Medicine Café (angeblich der eigentliche Geburtsort von Harry Potter, leckere Bagel und super entspannt im Gegensatz zum viel zu überrannten Elephant Café)

Mittag / Abendessen 

Hendersons Restaurant und Bistro 

Falls ihr etwas Besonderes und Ausgefallenes sucht kann ich euch das Hendersons nur ans Herz legen! Ich war bereits geschlagene 5 Mal dort (und ich war erst 2 Mal in Edinburgh, das spricht für sich würde ich sagen)! Das Hendersons teilt sich in 3 Läden auf. Einmal das vegane Restaurant, etwas hochpreisiger, aber es hat sich absolut gelohnt, das Deli und das reguläre Restaurant. Ich habe alle drei einmal ausprobiert und am Besten gefällt mir das Mittagsbuffet. Es gibt immer eine große Auswahl an kalten und warmen Speisen. Salate, Suppen und Currys. Und vegetarischen Haggis! Alles ist hausgemacht und in Bioqualität und preislich gesehen wird man für das Geld (im Schnitt 9€ für ein Mittagessen mit Suppe und 3 verschiedenen Salaten) wirklich gut satt. 

The Baked Potato 

Achtung Geheimtipp!! Hätte ich nicht vorher davon gehört, wäre es wohl der letzte Laden gewesen, in den es mich zum Mittagessen gezogen hätte. The Baked Potato ist nicht nur super klein und eng, sondern sieht auch von außen nicht besonders gemütlich oder ansprechend aus. Aber es lohnt sich! Wie der Name schon sagt sind „Baked Potatos“ die Spezialität. Als riesige, im Ofen gegarte Kartoffeln mit diversen Toppings. Ich glaube, ich war noch nie in meinem Leben so gut gesättigt, wie nach dieser gigantischen Ofenkartoffel. Man kann sie mit allem füllen was das Herz begehrt: Humus, diverse Salate, Haggis, Saucen und und und. Und das alles für nur 6 Pfund! 

Pumpkin Brown

Das Pumpkin Brown ist etwas für alle, die ein schnelles und leckeres Mittagessen brauchen. Direkt am Grassmarket gelegen kann man es super auf dem Weg zum Schloss oder zur Universität erreichen. Es gibt eine Auswahl an Suppen, Salaten und Smoothie Bowls (also genau das Richtige für alle gesundheitsbewussten Foodies). Ich hatte eine Rote Beete-Sesam Suppe. Ab 10 Uhr könnt ihr dort auch Frühstücken oder einfach nachmittags einen der leckeren Kuchen probieren. Auch hier ist mir aufgefallen, wie viele Locals hier essen gehen und dass sich Touristen eher selten in den kleinen aber gemütlichen Laden verirren. 

Weitere Empfehlungen: Saboteur und Wagamama, falls ihr auf Thai Food steht. Vor allem das Sabotier fand ich super gut, hier lohnt es sich allerdings, einen Tisch zu bestellen, da es vor allem am Abend sehr voll werden kann. Wagamama ist eine Kette, aber auch hier bekommt ihr richtig gutes Essen zu relativ guten Preisen. 

Edinburgh ist also ein Restaurant- und Caféparadies. Dinge, die ihr unbedingt ausprobieren solltet sind außerdem: Haggis (auch wenn es nur die vegetarische Variante ist (wie in meinem Fall), Breakfast Tea mit einem Schuss Milch zum Afernoon Tea und Shortbread. Letzteres bekommt ihr am besten in einem der süßesten und ältesten Shortbread – Backhäuser (wenn man das so überhaupt nennen kann) : Im Pinnies & Poppy Seeds. Der Geruch der einem beim Betreten des Ladens entgegen kommt ist einfach unschlagbar! 

So, ich hoffe ihr habt jetzt auch so einen Hunger wie ich.

Cheers again, Juliane. 

What to wear in.. winter

Was kann man im Winter besser tragen als einen dicken, flauschigen Kuschelpulli? Als ich in Berlin war, konnte ich nicht anders, als mich mit den neuen Trends einzudecken. 

Den ersten Pulli habe ich bei French Connection gekauft. Er ist perfekt für einen kuscheligen Abend im Bett, aber auch für die Uni oder Arbeit. 

Mein zweites neues Lieblingsstück ist eine Strickjacke aus dem Laden Broke&Schön. Man sieht diesen Winter überall Leo-Muster und eigentlich war das immer gar nicht meins, aber die Jacke hat es mir sofort angetan. 

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Über meine Liebe zu Edinburgh und das alleine Reisen

Wenn mich das Fernweh an einen ganz Bestimmten Ort zieht, fällt es mir sehr schwer, standhaft zu bleiben und nicht spontan einen Flug, Zug oder Bus an gerade diesen Ort zu buchen.. So ging es mir mit Edinburgh. Ich war im Frühjahr schon einmal mit meiner Mama dort und diese Stadt hat mich einfach nicht losgelassen! Vielleicht liegt es an der Sprache, den Menschen, der Magie die diese Stadt, dank Harry Potter, irgendwie versprüht.

Also habe ich mir Argumente überlegt, die dafür sprechen würden, Kiel spontan für ein paar Tage hinter mir zu lassen: 1. Eine Freundin besuchen, die gerade ihr Auslandssemester in Newcastle macht 2. eine Woche Uni-frei und 3. Flüge einer bekannten britischen Fluggesellschaft für läppische 6,99 (ja, so wenig bezahle ich noch nichtmal für einen Zug nach Hamburg!)

Also, Flug gebucht. Tasche gepackt. Losgezogen. Und das ganz alles nur für mich allein. Ich bin in diesem Jahr schon einmal allein verreist: Nach Lissabon im Frühjahr. Dort habe ich mich dann jedoch mit Stella und einer anderen Freundin getroffen und wir haben lediglich in anderen Unterkünften übernachtet. Aber trotzdem ist man auf eine Gewisse Art und Weise „allein“ unterwegs.

Für manche mag das vielleicht komisch sein oder zumindest unverständlich. Aber für mich ist es einfach ein Abenteuer, Zeit nur für mich allein. Alles was ich auf dieser Reise erlebe, erlebe nur ich, kein anderer kann mitreden, seine Erfahrungen teilen. Das klingt jetzt vielleicht etwas traurig, aber eigentlich ist es alles andere als das. Man kann tun und lassen was man will. Essen gehen wo und wann man will, schlafen wo und wann man will oder sich einfach einmal heillos verlaufen und dann zufällig eine wunderschöne neue Seite der Stadt entdecken.

Ich schweife vom Thema ab, eigentlich wollte ich doch nur meine Liebe zu Edinburgh mit euch teilen und euch ein paar Tipps geben, falls auch ihr vorhabt, demnächst mal einen Städtetrip nach Schottland zu unternehmen!

Victoria Street 

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Die Victoria Street ist eine der schönsten Straßen der Stadt. Die aneinandergereihten bunten Häuser erinnern an die Diagon Alley aus Harry Potter (sie war übrigens auch Inspiration für JK Rowling, als sie die Bücher schrieb) und irgendwie hat sie tatsächlich etwas Magisches an sich. Ich hatte das Glück, dass bereits Weihnachtsdekoration an den meisten Geschäften angebracht war, so wirkte die Straße noch viel schöner als sie ohnehin schon ist.

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The Potter Trail

„Och nee, diese Walking Tour machen wir jetzt aber nicht. Harry Potter ist so gar nicht meins!“ – Das war der Kommentar meiner Mama als ich sie im Frühjahr für die Harry Potter Free Walking Tour begeistern wollte. Leider konnte ich mich damals nicht durchsetzen und mich auch nicht dazu durchringen, sie allein zu machen. Aber ich wollte sie mir nicht entgehen lassen. Deshalb habe ich es endlich in Angriff genommen und ich bin begeistert! Auch für Nicht Harry Potter Fans (oder „halbe Fans“ ) lohnt sie die Tour. Die Tourguides sind total bei der Sache und leben und lieben die ganze Harry Potter Welt total. Mich hat überrascht, wie wenig Kinder dabei waren, es waren wirklich hauptsächlich Erwachsene und Studenten dabei. Bei der Tour geht man durch das Edinburgh von J.K. Rowling und man erfährt, aus welchem Blickwinkel sie die Stadt gesehen hat, als sie die Romane schrieb. Ich fand es super interessant und ich konnte unglaublich viel Neues über Edinburgh und die Geschichte hinter Harry Potter lernen.

Die Tour findet das ganze Jahr über statt und auf der Website könnt ihr euch über die genauen Zeiten und Tourguides informieren.

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Calton Hill im Morgengrauen 

Der Calton Hill ist eigentlich zu jeder Tageszeit zu empfehlen, da man von dort aus einen super schönen Ausblick über die gesamte Stadt hat. Ich habe mich an meinem ersten Morgen aufgerafft und bin um 7 Uhr Morgens aus meinem Hotelbett geklettert, um die Stadt im Morgengrauen zu erkunden, und es war die beste Entscheidung! Die Stadt war noch verschlafen, der Nebel der Highlands hing über den Straßen und die Straßen waren noch leer und es waren keine Touristen unterwegs. Auf dem Hügel hat man eine wunderschöne Aussicht und die Luft dort oben war unglaublich frisch und klar. Ein paar  Jogger sind mir entgegengekommen, aber ansonsten war ich vollkommen allein und ich hatte das Gefühl die Stadt für einen kurzen Moment nur für mich zu haben.

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Dean Village

Ein Geheimtipp, von dem noch nicht viele Touristen wissen, ist Dean Village. Ein etwas abgelegener Stadtteil in der Nähe des Haymarket. Dean Village war früher, wie der Name schon sagt, ein kleines Dorf ,welches sich nach und nach in das Stadtbild eingefügt hat. Man kann dort wunderbar spazieren gehen und den Trubel der Stadt für einen Moment vergessen. Es fließt ein kleiner Fluss durch die Straßen und die Häuser sind ganz anders im Vergleich zum Rest der Stadt. Läden und Cafés findet man hier eher weniger, aber es lohnt sich einfach mal einen kleinen Ausflug aus der Stadt, in der Stadt zu machen.

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Museum of Modern Art 

Auf meinem Weg zum Dean Village bin ich auf das Museum of Modern Art gestoßen. Und auch hier lohnt es sich auf jeden Fall einen Blick hinein zu werfen, auch wenn ihr euch vielleicht nicht so sehr für moderne Kunst interessiert. Der Eintritt ist, wie in allen anderen Musseen in GB, frei.

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Ein kleiner Einblick in mein (wiederholtes) Schottland Abenteuer. Ich kriege einfach nicht genug und würde mich auch noch ein drittes mal in den Flieger setzen, um nach Edinburgh zu reisen. Und ich wäre nicht Juliane, hätte ich nicht auch diverse Restaurants (und Cafés) der Stadt ausprobiert. Einige Tipps und Favoriten werde ich auf jeden fall bald noch in einem extra Blogpost vorstellen. Weil für Essen und Kaffee sollte man sich bekanntlich genug Zeit nehmen 😉

Cheers! Juliane